Nebenwirkungen von Schlaftabletten

Wenn Sie darüber nachdenken, mit verschreibungspflichtigen Schlafmitteln die Schlaflosigkeit zu bekämpfen, sollten Sie sich zuvor mit den Nebenwirkungen beschäftigen. Denn die gibt es bei chemischen und verschreibungspflichtigen Schlafmitteln zuhauf. Dabei ist sogar nur ein Teil bekannt: Es existieren nur wenige Langzeitstudien zu Schlaftabletten. Jene aber, die bekannt sind, haben es in sich. Pflanzliche Schlaftabletten sind im Gegensatz dazu nicht völlig frei von Nebenwirkungen, allerdings sind diese nicht annähernd so gravierend wie die chemischer Schlaftabletten (Nebenwirkungen pflanzlicher Schlaftabletten können Sie hier nachlesen). Verschreibungspflichtige Schlaftabletten können drei große Nebenwirkungen haben: Sie machen süchtig, sie schädigen die natürliche Schlafstruktur und sie können zahlreiche weitere Nebenwirkungen hervorrufen.

Starke Schlaftabletten machen süchtig

Schlaftabletten-Nebenwirkungen

Verschreibungspflichtige Schlaftabletten haben oft Nebenwirkungen

Zu den bekanntesten Nebenwirkungen chemischer Schlafmittel gehört die Sucht. In Deutschland sind schätzungsweise 1,5 Millionen Menschen von der Schlaftabletten-Sucht betroffen. Und in die kann man schnell geraten: Nicht erst nach Monaten oder Jahren regelmäßigen Schlaftablettenkonsums, sondern möglicherweise schon nach wenigen Wochen. Die Folge: Ein Schlaf ohne die Tabletten ist nicht mehr möglich. Zudem gewöhnt sich der Körper daran, sodass die Dosis gesteigert werden muss. Wie verbreitet diese Sucht mittlerweile ist, zeigt sich am Beispiel von Benzodiazepinen. Die Sucht nach diesen Tranquilizern ist nach Alkohol- und Nikotinsucht die drittgrößte in Deutschland! Unter anderem aus diesem Grund sollten chemische Schlaftabletten nicht an Patienten verschrieben werden, die bereits eine anderweitige Suchtgeschichte haben – die Gefahr der Gewöhnung ist bei ihnen besonders hoch.

Die Abhängigkeit von Schlaftabletten hat aber nicht nur zur Folge, dass der Schlaf ohne sie nicht mehr möglich ist, sondern ruft auch tatsächlich Entzugserscheinungen wie beim Entzug anderer Drogen hervor. Dazu gehören Zittern, Schweißausbrüche, Panikattacken und Kopfschmerzen.

Schädigung der Schlafstruktur

Die zweite große Gefahr von chemischen Schlaftabletten ist die Veränderung der natürlichen Schlafstruktur und die Verkürzung der Tiefschlafphase (REM). Dies ist unter anderem bei Barbituraten der Fall. Diese Schlafphase ist besonders wichtig, weil zu diesem Zeitpunkt der Schlaf nicht nur am tiefsten ist, sondern auch intensiver Wachstumshormone ausgeschüttet werden. Diese sind unter anderem für den Aufbau von Zellgewebe (bspw. den Muskelaufbau) wichtig, aber auch für das Immunsystem. Zudem ist diese Schlafphase auch für die Regulierung der Körpertemperatur, den Herzschlag und das Lernen wichtig.

Genau diese REM-Phase wird aber häufig durch verschreibungspflichtige Schlafmittel empfindlich gestört. Das Ergebnis: Die Träume werden geringer, der Schlaf bedeutend erholsamer und die Körperfunktion letztlich dadurch beeinträchtigt. Chemische Schlaftabletten helfen also beim Durchschlafen, allerdings ist der so gewonnene Schlaf qualitativ schlechter. Im Übrigen hat Alkohol denselben Einfluss auf das Schlafverhalten. Auch Alkohol mag dabei helfen, einzuschlafen, allerdings ist der durch Alkohol gestörte Schlaf bedeutend schlechter und unbefriedigender,

Weitere Nebenwirkungen

Neben der Sucht und der Beschädigung der Schlafstruktur können –abhängig von Medikament, Dosis, körperlicher und psychischer Konstitution und weiteren Faktoren- noch weitere Nebenwirkungen hinzutreten. Zu den häufigeren Nebenwirkungen gehören unter anderem:

  • Benommenheit („Kater“) am Tag nach der Einnahme
  • Kopfschmerzen und Schwindel
  • Koordinationsschwierigkeiten und Konzentrationsstörungen
  • Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
  • Aufwachschwierigkeiten am nächsten morgen und Tagesmüdigkeit
  • Stoffwechselstörungen, z.B. Harnentleerungsstörungen
  • Depressionen, Gleichgültigkeit, Überforderungsgefühle und Appetitlosigkeit
  • Muskelschwäche
  • Herzrasen, Mundtrockenheit, Sehstörungen, Augeninnendruck-Erhöhungen

Neben diesen temporären Beschwerden, scheint es aber auch bei einigen Schlafmitteln langfristig noch gefährlichere Nebenwirkungen zu geben. So zeigt eine neue Studie, dass der Schlaftabletten-Konsum langfristig gerade bei Frauen zu einem erhöhten Sterberisiko führt. Zudem konnten Studien einen Zusammenhang zwischen Demenz und der Abhängigkeit von Benzodiazepinen nachweisen: Personen, die regelmäßig Schlafmittel einnehmen, erkranken lt. Der Studie 1,5 mal häufiger an Alzheimer.

Verschreibungspflichtige Schlaftabletten sollten nur in bestimmten Fällen eingenommen werden

Wie die vielen Nebenwirkungen zeigen, ist der durch „chemische Schlaf“ oft teuer erkauft. Niemand sollte chemische Schlaftabletten einnehmen, ohne dass sie ein Arzt verschrieben hätte. Und wenn der Arzt sie verschrieben hat, sollte man sich genau  an die Einnahmeempfehlungen halten und das Medikament keinesfalls ununterbrochen über einen längeren Zeitraum einnehmen.

Pflanzliche Schlafmittel – oft die bessere Wahl

Natürlich gibt es zahlreiche Fälle, in denen es für den Arzt keine Alternative zu chemischen Schlafmitteln gibt. Dies ist vor allem der Fall bei schweren und ernsthaften Erkrankungen. Oft lassen sich leichtere Schlafstörungen aber bereits sehr gut durch pflanzliche Schlafmittel lindern – und dabei muss es nicht nur das altbekannte Baldrian sein. Denn heute haben Sie eine große Auswahl an verschiedenen Schlafmitteln die auf verschiedenen Wirkstoffen basieren. So finden Sie rezeptfreie Schlafmittel, deren Wirkstoff Melatonin ist. Oder, wenn Sie es mit etwas Ungewöhnlicherem versuchen möchten, auf Weizengras. Wie auch immer: Bevor Sie zu rezeptflichtigen Schlafmitteln greifen, sollte es immer vorher von Ihren Ärzten verschrieben worden sein und ansonsten bei leichteren Schlafstörungen pflanzlichen Schlafmittel versuchen.